Waldmuseum Zwiesel im Bayerischen Wald – Natur, Kultur und Handwerk hautnah erleben
Das Waldmuseum in Zwiesel gewährt einen eindrucksvollen Blick in die Natur- und Kulturgeschichte des Bayerischen Waldes.
Neben der naturkundlichen Abteilung, die die heimische Tier- und Pflanzenwelt thematisiert, finden sich auch volkskundliche Sammlungen, die die traditionellen Handwerksberufe der Holzverarbeitung vorstellen.
Aber nicht nur für Flora und Fauna und sein Holz ist der Bayerische Wald weltbekannt, sondern vor allem auch für seine lange Tradition der Glasherstellung, Glasgestaltung und Glaskunst.
Exponate aus allen heimischen Glashütten, sowie Glaskunstobjekte der Zwieseler Glasfachschule dokumentieren in anschaulichen Arrangements die aufwändige und anspruchsvolle Kunst des Glasmachens. Raritäten dieser Sammlungen kann man im Rahmen der regelmäßigen Sonderausstellungen oder bei Führungen und Workshops kennenlernen.
Erstes OG mit Steinsaal und Miniatur-Glasmacherdorf
Unter dem Motto „Fein Glas und gut Holz sind Zwiesels Stolz“ gibt die permanente Ausstellung des Waldmuseums Zwiesel in seinem ersten OG wertvolle Einblicke in die traditionellen Formen der Holgewinnung, der Holzverarbeitung und auch der kunsthandwerklichen bzw. künstlerischen Holzbearbeitung im Bayerisch-Böhmischen Waldgebirge.
Der zweite Schwerpunkt dieser Abteilung sind die Gewinnungsprozesse der Ausgangsstoffe sowie die Herstellungsprozesse der jahrhundertealten Glasproduktion. Sie werden im „Steinsaal“, im daran anschließenden Veredlungskabinett sowie im lichtdurchfluteten Glas-Saal des Südtraktes wirklichkeitsnah vor Augen geführt.
Zudem können mehrere hundert bestehende als auch abgegangene Glashütten des 14. – 20. Jahrhunderts einzeln, z. T. digital, erkundet werden. Eine Kabinettausstellung „Glashüttengeschichten“ mit filigranen Zinnfiguren-Dioramen bayerisch-böhmischer Glashütten und Glas-Schlösser, darunter das Schloss Oberfrauenau eröffnen dem Verweilenden unterhaltsame Aspekte und interessante Details aus dem Leben und Wirken bayerisch-böhmischer „Patterlglaser“, Glasmeister und den einflussreichen Dynastien der bayerisch-böhmischen Glasbarone.
Ein exquisites Stück der Sammlung unseres Waldmuseums stellt das Miniaturglasmacherdorf von Josef Schmidt dar, das in den späten 1960er Jahren als idealtypische Rekonstruktion eines frühneuzeitlichen Glasmacherortes geschaffen wurde. Als Vorlage diente diesem begnadeten Holzbildhauer und „Herrgottsschnitzer“ der Zwieseler Ortsteil Rabenstein. Wer sich Zeit nimmt, kann anhand dieser mit viel Liebe zum Detail geschaffenen Miniatur-Glasmacher-Welt die meisten der über 120 verschiedenen „Gewerke“, die zur Glasherstellung einstmals notwendig waren, entdecken, erkunden und näher kennenlernen.

Eiszeit & Urwald – Die wilde Vergangenheit des Bayerischen Waldes
Im Urwalddiorama des Waldmuseums Zwiesel tauchen Besucher in die ursprüngliche Waldlandschaft des Bayerischen Waldes ein. Mächtige Baumstämme – bis zu 450 Jahre alt – erinnern an den einst undurchdringlichen Urwald, der bis ins 19. Jahrhundert große Teile der Region prägte.
Zwischen den Baumriesen begegnen die Besucher Tieren der Eiszeit wie Braunbär und Wolf, die früher in der Region heimisch waren. Naturgeräusche und Tierstimmen schaffen eine eindrucksvolle Atmosphäre. Ergänzt wird das Erlebnis durch spannende Informationen zu den Lebensbedingungen und Besonderheiten dieser Tierarten.

Wald, Baum und Pilz im Bayerischen Wald – Natur erleben und verstehen
Der Wald im bayerisch-böhmischen Grenzgebirge ist mehr als nur ein Ort voller Bäume – er ist ein lebendiges Ökosystem voller Geschichten. Unterschiedliche Waldtypen, geformt durch Klima und Boden, prägen das Landschaftsbild. Mächtige Fichten, stille Buchen und alte Tannen erzählen von der Kraft und Vielfalt der Natur.
Und dann sind da noch die Pilze – geheimnisvolle Wesen im Schatten der Bäume. Sie verbinden Wurzeln, nähren, heilen und faszinieren mit Formen und Farben. Im Bayerischen Wald zeigt sich ihre ganze Vielfalt – ein verborgenes Reich voller Leben.
Der Übergang zwischen Wald, Wiese und Hecke ist ein wahres Paradies für Tiere.
Diese sogenannten Säume bieten eine einzigartige Mischung aus Nahrung, Schutz und Rückzugsorten – genau das, was viele Wildtiere zum Überleben brauchen.
Ob Rehe und Hirsche, die am Waldrand gut verborgen äsen, oder Singvögel, die in dichten Hecken sichere Nistplätze finden – hier herrscht lebendiges Treiben. Besucher können typische Tierarten der Region hautnah erleben und an interaktiven Medienstationen sogar ihren Stimmen lauschen.

Nicht nur die Glasherstellung wird in der Dauerausstellung des Waldmuseums anschaulich dargestellt, sondern auch die herausragenden Glaserzeugnisse der wichtigsten Glashütten der Region.
Von Schachtenbach über Theresienthal, Frauenau, Zwiesel Kristallglas bis hin zu Schöpfungen der Glasfachschule Zwiesel sind alle wichtigen Glashütten und Glashersteller repräsentiert. Ein einzigartiges Miniaturglasmacherdorf, das 1967 bis 1969 von dem Holzschnitzer Josef Schmidt hergestellt wurde, zeigt die einzelnen Arbeitsbereiche, die zur Glasherstellung notwendig waren.

Ein besondere Spezialität - Schnupftabak
Schnupftabak, war für den „Waidler“ ein unverzichtbares Genussmittel – und wo es eine Nachfrage gab, war selbstverständlich der Markt nicht weit, um die Bedürfnisse der Konsumenten zu bedienen.
So war das auch in Zwiesel. Das belegen die sieben Schnupftabakfabriken, die es um 1900 in Zwiesel und Umgebung gegeben hat. So wie es heute – und früher auch schon feine, fesche und durchaus kostspielige Zigarettenetuis gibt, wollte man einst seinen geschätzten Schnupftabak, auch „Schmalzler“ genannt, jederzeit griffbereit, ebenfalls in einem würdigen Gefäß aufbewahrt wissen. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche, zum Teil sehr aufwendig produzierte und dekorierte Schnupftabakgläser von den örtlichen Glasmachern hergestellt. Diese Schmuckstücke, darunter die typischen Zwieseler „Mascherl-Gläser“ oder Schnupftabaksfläschchen aus Uranglas, fantasievoll mit Genre- oder Jagdszenen bemalte, oder aber dekorativ geschliffene und gravierte „Flascherln“ können im Waldmuseum Zwiesel begutachtet und bestaunt werden.
Ein Museum voller Leben – das Waldmuseum Zwiesel entdecken
Eintreten, staunen, eintauchen: Das Waldmuseum Zwiesel macht Geschichte lebendig! Ob faszinierende Glaskunst, die Kraft des Waldes, uralte Handwerkskunst oder gelebter Glaube – hier gibt es für Groß und Klein Spannendes zu entdecken. Begeben Sie sich auf eine Reise durch die Natur- und Kulturgeschichte des Bayerischen Waldes und erleben Sie, wie eng der Mensch seit jeher mit Wald, Holz, Glas und Tradition verbunden ist. Mit liebevoll gestalteten Ausstellungen, interaktiven Stationen und überraschenden Einblicken ist das Waldmuseum ein Ort zum Erkunden, Verweilen und Wiederkommen.








